Wietmarschen, 23.06.2009
Niedersächsischer Lohnunternehmertag 2009
Lohnunternehmer informierten sich bei der Bollmer Umwelt GmbH / Großes Interesse an neuen Formen der Düngerapplikation / GIS System für Dokumentation und Logistik
Das Nährstoff Recycling Zentrum Schwartenpohl der Bollmer Umwelt GmbH Wietmarschen war in der vergangenen Woche Ziel der Fachexkursion des Landesverbandes Niedersächsischer Lohnunternehmer. Rund 200 Lohnunternehmer folgten der Einladung des niedersächsischen Verbandspräsidenten Peter Zeyn und informierten sich bei der Bollmer Umwelt GmbH über neue Wege beim Nährstoff-Recycling und der überbetrieblichen Düngung.
Rasante Betriebsentwicklung
Die Bollmer Umwelt GmbH gehört mittlerweile zu den führenden Spezialanbietern im Bereich überbetriebliche Düngung für Landwirte. 1993 startete Georg Bollmer mit der Verwertung von kommunalem Klärschlamm. Es folgte sehr schnell die Aufnahme weiterer organischer Nährstoffträger. 1997 erfolgte der Bau einer ersten Biogasanlage. Seit 2007 ist nun das Nährstoff Recycling Zentrum in Wietmarschen-Schwartenpohl mit angeschlossenem Kompostwerk und Düngemittellager in Betrieb.
Auf der rund sieben Hektar großen Anlage sind gleich vier Verarbeitungslinien integriert. Neben einer Biogasanlage werden pro Jahr 50.000 Tonnen Grüngut kompostiert und 10.000 Tonnen Resthölzer zu Brennstoffen verarbeitet. Zudem hat die Bollmer Umwelt GmbH ein Düngemittellager für 10.000 Tonnen errichtet.
Biogasanlage mit Zusatznutzen
Herzstück des Recyclingzentrums ist eine innovative Biogasanlage. Sie produziert jährlich eine Leistung von 25.536.000 Kilowatt. Dies entspricht dem Strombedarf von mehr als 6.000 Haushalten.
Eine Besonderheit der Biogasanlage ist, dass professionell eiweißhaltige Reststoffe, Fette von Speiseöl-produzierenden Betrieben oder Reste aus der Lebensmittelverarbeitung vor Ort vergärt werden. Der gesamte Gärrest wird dabei nach einem speziellen Verfahren hygienisiert, das heißt - er ist frei von Keimen und Bakterien.
Aus den Gärresten entstehen hochwertige Düngemittel, die sich als wirtschaftliche Alternative zu konventionellen Düngemitteln bewährt haben. Neben günstigen Nährstoffpreisen seien vor allem pflanzenbauliche Vorteile zu nennen, berichtet Jens Conrady, Vertriebsleiter bei der Bollmer Umwelt GmbH. "Die Nährstoffe sind besser pflanzenverfügbar als in Gülle und Mist. Mit diesen Nährstoffträgern können wir gleich die gesamte Düngung in einem Arbeitsgang und mit optimaler NPK-Mischung erledigen."
Auf großes Interesse bei den Lohnunternehmern stieß die Präsentation der Bollmer Applikationstechnik, die teilweise selbst entwickelt wurde. Dazu zählen leistungsfähige Großflächenstreuer und -spritzen, mit denen Flüssigdünger ausgebracht werden kann. Zudem bietet das Unternehmen auch Lösungen für die Injektion, beispielsweise im CULTAN Verfahren. Dazu Conrady: "Verschiedene Stickstoffdünger werden damit leistungsfähig direkt an die Wurzel injektiert. Dieses Verfahren setzen wir bei allen Kulturen und auf Grünland ein."
Eigenes Logistiksystem
Die Bollmer Umwelt GmbH setzt bei allen überbetrieblichen Arbeiten auf ein eigens entwickeltes Geoinformationssystem. Das Bollmer DiGIS wird dabei zur Planung von Arbeiten, wie zum Beispiel der Routenführung, zur Dokumentation und zur Abrechung von Düngemaßnahmen eingesetzt.
Auf Wachstumskurs
Zur Bollmer Umwelt GmbH gehören mittlerweile 45 Mitarbeiter.
Ein Schwesterunternehmen ist die Consentis Anlagenbau GmbH, ebenfalls mit 40 Mitarbeitern, welches sich auf den Bau von Biogasanlagen spezialisiert hat. Das Nährstoff Recycling Zentrum in Wietmarschen-Schwartenpohl wurde durch die Consentis Anlagenbau GmbH konzipiert und gebaut.
Weitere Niederlassungen der Bollmer Gruppe befinden sich in Lathen an der Ems, in Gescher in Westfalen, in Anröchte, in der Soester Börde, in Badeleben, in der Magdeburger Börde und künftig auch in Hessen.
Laden Sie diese Meldung hier als PDF-Dokument herunter


